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Digitale Transformation - Beispiel »Thermomix«

»Endlose Liebe oder tiefe Ablehnung« schreibt die Wirtschaftswoche in ihrem Artikel vom 19.12.2016 über
den Thermomix von Vorwerk.

Und genau die selben Sichtweisen entnehme ich bei meinen Gesprächen über diesen Küchenhelfer. 

 

In diesem Artikel geht es jedoch nicht um die Emotionen rund um das Gerät, sondern um ganz etwas anderes...

Geschichte

Vorwerk mit Sitz im deutschen Wuppertal blickt auf eine 130-jährige Firmengeschichte zurück. Die Geschichte des Thermomix reicht bis in die 1960er Jahre zurück. Unter den Namen VKM5 brachte Vorwerk 1961 den ersten Thermomix mit sieben Funktionen auf den Markt. Es folgten noch im gleichen Jahrzehnt zwei weitere Modelle.

 

Das aktuelle Modell TM5 ersetzte im September 2014 das Vorgängermodell TM31 (2004-2014) ab und löste einen Hype aus. Laut Angaben von Vorwerk wurden alleine im Jahr 2016 in Österreich 10.000 Stück verkauft. 

Thermomix TM5 - Ankunft im digitalen Zeitalter

Mit dem TM5 schaffte Vorwerk nun den Sprung ins digitale Zeitalter.

 

»Und genau das ist der Grund für diesen Artikel.«

 

Das neue Modell bietet ein großes Display und führt den Anwender mittels der von Vorwerk benannten

Funktion »Guided Cooking« durch den gesamten Kochvorgang. Man kann sogenannte Rezeptchips erwerben und hat somit das gesamte Kochbuch inklusive der Anleitungen auf dem Gerät. Natürlich kann man auch manuell kochen. Doch man merkt schnell, dass dieses Guided Cooking seine Vorteile hat.

 

Die Rezepte gibt es zusätzlich auch auf einer Webplattform bzw. einer dazugehörige App.

Man kann auch weitere (tlw. kleineren Umfangs) Rezeptsammlungen via Web käuflich erwerben.

 

Das größte Problem dabei war jedoch bis vor kurzem, dass es einen Medienbruch zwischen Gerät und dieser Rezeptplattform gab. 

Hatte man keinen Kochbuch-Chip funktionierte auch das Guided Cooking nicht.

Cook-Key & Cookidoo - Ankunft im Internet of Things (IoT)i

2016 kündigte Vorwerk an, dass man an einer WLAN Möglichkeit für den Thermomix arbeite.

Man nennte das ganze Cook-Key. Ende 2016 brachte Vorwerk nun diese Erweiterung auf den Markt.

Mit dieser tritt Vorwerk in die Welt des Internet of Things (IoT) und bringt Ihr Küchengerät durchdacht ins Internet.

 

Neben dem Cook-Key, also der Hardware, wurde auch das Rezeptportal überarbeitet und umbenannt.


Unter Cookidoo.at/de...etc. hat man nun Zugriff auf seine erworbene Rezepte. Egal, ob Kochchip oder die obens erwähnten online gekauften Rezeptsammlungen. Außerdem bietet man für eine jährliche Gebühr, also ein Abo, Zugang zu allen Guided Cooking Rezepte. Und dies international. Dh kann man zB Italienisch, kann man auch auf die italienischen Rezepte zugreifen. Aber auch ein Zugriff auf Österreich oder Deutschland ist interessant, da viele Rezepte sinnvollerweise regional angeboten werden. 


 Ein Hands on Video von Heise.de findest du hier.

Fazit


Vorwerk meistert mE die Digitale Transformation Ihres Produktes Thermomix mit Bravour. Das Unternehmen hat es geschafft ein Produkt neu zu erfinden und auch im Bereich IoT (für Küchenmaschinen) ganz vorne mitzuspielen. Auch die Usability wurde sowohl auf dem Gerät, als auch auf der (Web)App sehr gut umgesetzt.

 

Kritikpunkte:

  1. Die Cookidoo native App für iOS ist nicht in allen AppStores, wo das Produkt erhältlich ist, verfügbar.
    Die WebApp wurde sehr gut umgesetzt und ist auch meistens sehr performant. Hier konnte ich bei meinen Tests einen kleinen Unterschied zwischen Android und iOS (etwas langsamer) feststellen.
  2. Der WLAN Empfang des Cook-Key ist unterdurchschnittlich.
    Laut Vorwerk wird aber bereits an einem Softwareupdate dazu gearbeitet (Stand: Jänner 2017).

Bildquellen: Vorwerk.de